 | Was sind die «Hoffnungsgeschichten»
Das ökumenische Netzwerk » Kairos Europa
kritisiert nicht nur die bestehenden Verhältnisse, sondern will «auf dem Weg
zu einem Europa für Gerechtigkeit» als Teil einer weltweiten Bewegung
an ihrer Überwindung mitwirken.
Wie können wir aber angesichts der global fortschreitenden Zerstörung
sozialer Errungenschaften und der sich scheinbar unaufhaltsam
totalisierenden «neoliberalen» Ökonomie der Resignation entgehen?
Woraus können wir Hoffnung und Kraft schöpfen, die unser politisches
Engagement tragen?
Entgegen dem verbreiteten Mythos, es gebe heute keine
großen Erzählungen
mehr, gibt es Grund zu der Annahme, daß weltweit ein kultureller Wandel
im Gange ist [KORTEN_2005].
Wir wollen hier von hoffnungsvollen Entwicklungen «erzählen» und
im Story Telling
den Blick auf das schon Begonnene, Gelungene und Funktionierende
richten. Nichts ist überzeugender als das unmittelbare Sehen,
und das Erzählen von selbst Erlebtem hat mehr Gewicht als noch so
langes Spekulieren über Möglichkeiten.
Die «Hoffnungsgeschichten»
wollen Zeichen der Hoffnung sichtbar machen, die
im multimedialen Einerlei leicht dem Bewußtsein entgleiten.
So gibt es zum Beispiel weltweit zahlreiche ermutigende
Soziale Bewegungen und spannende
Projekte. Es erscheinen immer mehr Bücher,
die aus der Kritik heraus
konkret lebbare Alternativen entwerfen. In Europa schließen sich
zunehmend Menschen zusammen, um in genossenschaftlichen
Einrichtungen das vorherrschende Konkurrenzprinzip durch
Solidarische Ökonomie
zu überwinden. Aber auch mehr oder weniger spektakuläre, ja sogar
zunächst ganz unscheinbare
Erlebnisse im Alltag
können Quelle der Hoffnung werden - wenn sie weitererzählt werden...
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Haltet euch mit eurer Begeisterung nicht zurück;
lasst euch von der Geistkraft entzünden [...]
Freut euch, weil ihr Hoffnung habt.
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(Apostel Paulus, Römerbrief, 12,11f.)
Schauen Sie sich um, lassen Sie sich anregen und ermutigen!
Und wenn Sie selbst etwas zu «erzählen» haben,
machen Sie einfach mit! Um einen Überblick über die Möglichkeiten
zu gewinnen, lesen Sie bitte weiter in der
Einführung.
| [KORTEN_2005] | David C. Korten, Berrett-Koehler: The Great Turning: From Empire to Earth Community (2005?). | | "Große Erzählungen" |
1986 proklamierte Jean-Francois Lyotard das Ende der «großen Erzählungen».
Gemeint ist damit die Gesamtheit von Leitideen einer Kultur, «Geschichten»,
die sich die Mitglieder quasi selbst über ihre Praktiken und Überzeugungen
«erzählen». Sie dienen der Stabilisierung eines sozialen Gebildes oder
sind Basis einer emanzipatorischen Befreiungsbewegung.
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