Hoffnungsgeschichten lesen, nach Autoren geordnet > Geschichte 11 von 13<< Übersicht >>

Amerikanischer Offizier verweigert den Dienst im Irak

Zusammenfassung: Leutnant Watada, amerikanischer Offizier weigerte sich, in den Irak auszurücken, weil er den Krieg für völkerrechtswidrig hält. Er nimmt erhebliche persönliche Nachteile für seine Gewissensentscheidung in Kauf.

Leutnant Ehren Watada, geboren in Honolulu, Hawai, war in Fort Lewis stationiert und verweigerte den Befehl, als er mit seiner Einheit am 22. Juni 2006 in den Irak verlegt werden sollte. Er war der Überzeugung, der Irak-Krieg und die Besetzung des Landes seien völkerrechtswidrig und deswegen sei es ein persönlich zu verantwortender Rechtsbruch, daran teilzunehmen. Seine Meinung hatte er bereits im Januar 2006 seinen Vorgesetzten kundgetan: «Ich bin von ganzem Herzen gegen diesen nicht enden wollenden Krieg im Irak, die Lügerei, mit der man uns in diesen Krieg getrieben hat und die Gesetzlosigkeit, die alle Elemente unserer zivilen Führung erfasst hat.» Leutnant Watada musste damit rechnen, unehrenhaft aus der Armee entlassen zu werden. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe wegen Befehlsverweigerung.

Watadas Mutter, Carolyn Ho, unterstützt ihren Sohn öffentlich: «Die Entscheidung meines Sohnes, sich nicht im Irak einsetzen zu lassen, ist das Ergebnis einer langen Gewissenserforschung. Sie ist ein Akt des Patriotismus. Er macht allen Amerikanern, Männern und Frauen in Uniform, deutlich, dass sie nicht aus Furcht schweigen dürfen, dass sie die Kraft haben, die Richtung der Geschichte zu verändern: sie dürfen nicht länger ein Land zerstören und ungezählte unschuldige Männer, Frauen und Kinder umbringen. Es ist eine Botschaft, die klar und deutlich sagt, dass blinder Gehorsam gegenüber Befehlen nicht länger vertreten werden kann. Mein Sohn, Leutnant Watada, hat eine klare Entscheidung getroffen. Ich fordere sie auf, sich an seine Seite zu stellen.»

Desmond Tutu, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger anglikanischer Bischof von Johannesburg, Südafrika hat folgenden Solidaritätsbrief an Leutnant Watada geschickt:

«    Lieber Lt. Watada,

es war schön, mit Ihnen von unserer schwimmenden Universität «M/V Explorer», die zur Zeit im Hafen von Nassau (Bahamas) liegt, zu sprechen.

Ich wiederhole noch einmal, was ich schon kurz am Telefon sagte, dass ich ihre mutige Entscheidung, auf klarer ethischer Grundlage getroffen, bewundere. Christliche Ethik besteht auf dem Vorrang der eigenen Gewissensentscheidung. Es ist dies ein kategorischer Imperativ.

Ich überbringe Ihnen die Grüße vieler und versichere Sie meiner persönlichen Solidarität, da Sie jetzt vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Ihr Name wird einen Ehrenplatz finden in den Annalen der Aufrechten, die eine ähnliche Gewissensentscheidung getroffen haben.

Ich bete inständig für Sie und diejenigen, die über Sie zu Gericht sitzen werden.

Möge Gott Sie segnen und Ihren beistehen, wie er den Dienern Gottes im Feuerofen beistand, wovon der Prophet Daniel berichtet.

Desmond Tutu, Erzbischof em. von Kapstadt

   »



Hoffnungsgeschichte eingebracht von Wilhelm Wille30.11.2007
Die Entscheidung von Leutnant Watada zeigt, dass es noch ein anderes Amerika gibt. Sein Fall hat ein weltweites Netz von UnterstützerInnen auf den Plan gerufen und inspiriert und veranschaulicht das Potential einer weltweit vernetzten Zivilgesellschsaft.

Übermittelte Daten

page (get)
mode (get)
p (get)
hgid (get)

<request-data>
··
<get>
····
<page>list_by_author</page>
····
<mode>story</mode>
····
<p>11</p>
····
<hgid>6</hgid>
··
</get>
··
<post>
··
</post>
</request-data>